Skipiste in Kärnten

Nach dem wochenlangen stürmischen und nasskalten Wetter der letzten Monate sehnten wir beide unseren Winterurlaub herbei. In diesem Jahr sollte es nach Kärnten gehen. Wir freuten uns, ist doch Kärnten eines der sonnigsten Gebiete in den Alpen. Nun ja – bei der Anreise hielt das Wetter dieses Versprechen noch ein. Unser Ziel war eine kleine Ferienwohnung hoch oben in den Bergen, und wir freuten uns auf die Ruhe. Nachdem wir von der Autobahnabfahrt in Villach jedoch durch die Äußere Einöde zur Inneren Einöde kamen, fragten wir uns langsam, ob wir uns nicht doch ein zu ruhiges Fleckchen ausgesucht haben.

Alex und Heidi nahmen uns die Bedenken. Unsere Gastgeber kennen wir schon länger. Zum ersten Mal trafen wir die beiden in Kapstadt. Später besuchten wir sie in Altenmünster am Traunsee, wo sie im Sommer wohnen. Nun sahen wir uns in ihrer Ferienwohnung am Verditz wieder (www.apikultur.net). Früher, so meinte Alex, gab es direkt vor der Haustür ein Skigebiet. Durch die immer wärmeren Winter in den letzten Jahren blieben die Wiesen auf eintausend Meter Höhe jedoch häufig braun, sodass sich das Ganze nicht mehr lohnte. Die Anlagen wurden zurück gebaut. Aber, beruhigte uns Alex, im Umkreis von einigen Kilometern gibt es mehrere Skigebiete, sodass wir die Qual der Wahl hatten. Wäre da nicht das Wetter, das uns einen gehörigen Strich durch die Rechnung machte. Pünktlich am ersten Ferientag fing es an zu regnen. Während wir die Zeit noch mit einem Spaziergang und einem ausgiebigen Bad  in der Therme von Bad Kleinkirchheim totschlugen, kam die folgenden Tage etwas Ratlosigkeit auf. Bei Sturm und Regen wollten wir keine Unsummen für den Skipass ausgeben.  Als das Sauwetter für kurze Zeit nachließ, stiegen wir in die Loipe. Über vier Kilometer schlängelte sich das Weiße Band durch die braunen Wiesen – man hat sich echt Mühe gegeben, das Konstrukt über die hier häufig herrschenden Plusgrade zu bringen. Allerdings endete unser Unterfangen mehr im Wasserskifahren als in vergnüglichem Langlauf.

Am nächsten Tag regnete es wieder. Aus diesem Grund ließen wir eine Wanderung zum Mittelpunkt Kärntens ausfallen. Eine Etage höher, ab 1500 Meter würde es schneien, meinte Heidi. Also nichts wie hinauf, dachten wir. Heidi gab uns Schneeschuhe mit. Da wir im Schneegestöber nicht die Berge herunterfahren wollten, nahmen wir das Angebot gerne an. Beide haben wir uns noch nie mit derartigen XXXL- Schuhen fortbewegt – so waren wir gespannt. Nach den ersten, gewöhnungsbedürftigen Schritten stiegen wir mühelos einen Hang hinauf, das Ganze machte Spaß.

Uns schließlich wagte sich die Sonne doch noch hervor. So konnten wir wenigstens für ein paar Tage unserer großen Leidenschaft, dem Abfahrtslauf, frönen.  Abends verwöhnte uns Heidi mit Wildschweingulasch und Kärntener Knödeln – einfach lecker. Nach dem Essen gab es am anheimelnd knisternden Küchenherd Gespräche über Gott und die Welt, die nicht selten bis weit nach Mitternacht dauerten.

Leider war der Winterurlaub nach einer Woche schon vorbei. Alex, der auch Hobbyimker ist, gab uns aus seiner Schatzkiste noch reichlich Produkte seiner fleißigen Bienen mit auf den Weg. Von dem leckeren Honig konnten wir uns im letzten Jahr schon überzeugen. Und während wir gemütlich nach Hause fuhren, lag der Millstätter See in der Nachmittagssonne, als hätte es nie schlechtes Wetter gegeben.

 

Geschrieben am 29.02.2020 und abgelegt unter: Österreich

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